Artenschutzprojekt Steinkauz
Steinkauzteam von links: Hardy Scheer, Hartmut Mohr und Wolfgang Hoffmann
Der Steinkauz ist eine kleine, etwa taubengroße Eule und wiegt um die 200 Gramm. Markant sind seine gelben Augen und zwei weiße „Augenbrauen“, die ihm einen strengen Blick verleihen. Er ernährt sich von Mäusen, Würmern und Käfern, wobei er seine Beute nur auf freiem Feld oder kurzrasigen Flächen finden kann. Da er standorttreu ist, muss ein bereits vorhandener Standort besonders gepflegt werden, damit er über die Jahre hinweg schrittweise weitere geeignete Lebensräume besiedeln kann.
Die kleine Eule brütet nämlich am liebsten in Baumhöhlen in Streuobstbeständen. Das ist auch ihr Nahrungslebensraum, denn sie jagt dort vor allem Mäuse im niedrigen Gras. Durch den fortschreitenden Straßen- und Siedlungsneubau aber auch durch die veränderte Nutzung werden die Streuobstflächen immer weniger und auf den noch bestehenden werden alte Bäume mit natürlichen Baumhöhlen entfernt. Um diesen Verlusten gegenzusteuern, wurden knapp 40 künstliche Niströhren an waagerechten Ästen in Hochstammobstbäumen auf überwiegend kleinflächigen Streuobstwiesen angebracht. Diese Röhren werden angenommen, wo Steinkäuze noch vorkommen. Der BUND Ortsverband Ettenheim mit Umland betreut die Steinkauzhabitate in Kappel, Grafenhausen und Orschweier, Ettenheim ist seit langem verwaist. Deshalb ist Grafenhausen als Ausganspunkt für eine Wiederbesiedlung besonders wichtig.
Anfang des Jahres verhören wir die Habitate mit einer Klangattrappe und stellen sicher, dass ausreichend Niströhren vorhanden sind. Danach verfolgen wir schonend den Brutverlauf und beringen die jungen Steinkäuze mit Ringen der Vogelschutzwarte Radolfzell. Da auch andere Vögel die Niströhren nutzen, reinigen und reparieren wir die Niströhren erst im Spätjahr. Mittlerweise kennen wir alle Streuobstwiesenbesitzer/-innen, auf denen Niströhren angebracht sind, persönlich und versuchen gemeinsam, das Biotop Streuobstwiese und damit auch den Steinkauz zu erhalten. Konkret geht es um kurzrasige Mähstreifen während der Nistzeit, BUND Spenden von hochstämmigen Bäumen, die Erhaltung toter Bäume und kostenlose Schnittkurse für alte Bäume. Einmal im Jahr findet eine Streuobstwiesenführung mit der letzten Schulklasse der Kita Sonnenschein in Grafenhausen statt. 2025 hatten wir insgesamt hatten wir 6 erfolgreiche Bruten mit 11 Jungtieren. Darunter auch ein Gelege in einer Naturhöhle. 2026 werden wir deshalb gezielt Streuobstwiesen mit alten abgängigen Bäumen mit Naturhöhlen suchen und auf diesen Streuobstwiesen Altbaumschnitte anbieten, damit sie erhalten bleiben.
Steinkauzberingung
Kontrolle einer Steinkauzröhre
Junger Steinkauz in Naturhöhle